Kardamom - Kaffeegewürz zu Weihnachten

Was heißt denn hier Kaffeegewürz?  – Der Kardamom wird seit jeher gern in den arabischen Ländern dem Kaffee- oder Mokkapulver vor dem Brühen beigemischt. Frisch zerstoßen sind seine ätherischen Öle am intensivsten und sorgen für ein unvergleichliches Aroma. Nachahmung empfohlen!
Das Gewürz aus der Familie der Ingwergewächse kommt aus Indien, Sri Lanka, Tansania, Guatemala und der Malabarküste (dieser ist besonders wertvoll und aromatisch) zu uns. Verwendet werden die Fruchtkapseln, die kurz vor ihrer Reife geerntet werden, damit sich die Kapseln nicht öffnen und ihren Samen verlieren.
Im Handel erhalten wir den Kardamom in drei Formen: Als getrocknete Fruchtkapsel, die Samenkörner und das gemahlene Pulver des Kardamom. Wie so viele Samen enthält auch der des Kardamom ätherische Öle, die ihn geschmacklich recht vielseitig erscheinen lassen. Er ist eine Mischung aus süß, scharf, würzig und hat etwas von Kampfer und Muskat.
Das Aroma der Samen ist kräftig, während das der Fruchtkapsel eher im  neutralen Bereich liegt. Beim Pulver wird die Kapsel meist mitgemahlen, was den intensiven Geschmack des Kardamom beeinflußt. Es empfiehlt sich ganze Fruchtkapseln zu öffnen (dafür die Kapsel leicht mit dem Stößel andrücken, daß sie sich öffnet und die Kapsel dann entnehmen) oder den Samen im Beutel zu kaufen (am besten und billigsten kauft man Kardamon im Asia-Laden). Die Samen sollten erst kurz vor der Zubereitung zerstoßen werden, dann ist ein vollmundiger Geschmack garantiert.
Der Kardamom hat ein weit gestreutes Einsatzgebiet. Vorwiegend kennt man ihn aus der asiatischen, arabischen und indischen Küche. In Indien wird der Kardamom hauptsächlich für die typischen Masalas* verwendet und man trifft ihn auch im Chai-Tee** wieder.
Bei uns ist er ein häufiger Bestandteil von Currypulver, ein oft verwendetes Wurstgewürz, in Likören findet er sich zunehmend und an Weihnachten darf er im Spekulatius und dem Lebkuchen auf keinen Fall fehlen. Wer Schweden mal zur Weihnachtszeit bereist hat, der kennt Kardamom vielleicht noch aus Glühwein oder schwedischen Backwaren.
Abschließend sei gesagt, daß der Kardamom nicht nur ein geschmacklich vielseitiges Gewürz ist, sondern auch sehr bekömmlich. Wie der Anis wirkt er krampflösend, und hilft dem Magen-Darm-Trakt bei seiner "Arbeit". Wenn man den Arabern glauben darf ist er zusätzlich ein Aphrodisiakum und hat eine berauschende Wirkung, während das wahrscheinlich eher als anregend zu verstehen ist.
Ein paar kreative Experimente mit dem Gewürz, sind von meiner Seite aus durchaus zu empfehlen. Die kleinen Anstöße im Blog sind durchaus nachahmenswert. :-)

*Masala ist die Mischung und Verarbeitung verschiedener Gewürze zu Pulvern oder Pasten, als Vorstufe eines Currygerichts. Je nach Region oder sogar Haushalt sind die dafür vorgesehenen Gewürze unterschiedlich zusammengestellt. Sie variieren sie von mild bis scharf, von süß bis säuerlich. Hauptbestandteile sind meistens Chili, Knoblauch, Ingwer, Kurkuma und Koriander. Das bekannteste ist das "Garam Masala".

**Chai-Tee ist ein Gewürztee, der gerne mit Milch serviert wird, und je nach Mischung, einen mild bis scharfen Geschmack besitzt.

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Kommentare

Das klingt nach einer interessanten Idee. Ich werde es mal ausprobieren, ich habe hier noch selbstgezogene Samen :-)

Ja ich fand das auch sehr interessant, als ich es das erste Mal gelesen habe und konnte nicht umhin es auszuprobieren … Kein Fehler :-). Allgemein finde ich es immer spannend, was in anderen Kulturkreisen zur "Normalität" gehört und was man dann hierzulande als "Tipps und Tricks" anwenden kann.:-)
… und selbstgezogene Samen ist natürlich das i-Tüpfelchen!
Lass es Dir schmecken!

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