Muskatnuss - schmeckt nicht nur am Kartoffelbrei

Sie kommt ursprünglich von den Molukken, einer Inselkette des Indonesischen Archipels und ziert als Emblem die Flagge von Grenada – die Muskatnuss. Heute ist die Frucht des Muskatnussbaumes ein sehr preiswertes Küchengewürz, das wir aus Lateinamerika, Asien und Afrika beziehen, und keiner käme auf die Idee, daß man wegen ihr auch schon Kriege geführt hat.
Wie so viele "Nüsse" ist auch die Muskatnuss keine "echte Nuss". Sie ist eine einkernige Beerenfrucht, deren Kern von der roten Muskatblüte, der Macis, umschlossen ist. Der Kern ist die uns bekannte Muskatnuss und aus der Blüte wird nach der Trocknung ein feines Pulver, welches sich entgegen dem Abrieb der Nuss, sehr gut und ohne geschmacklichen Verlust aufbewahren läßt. Sie gilt als Gewürz (gerne an süßem Gebäck, Fleisch oder in Weißwürsten) und ist in ihrem Geschmack etwas milder und feiner als die Nuss. Sowohl Muskatnussuss als auch Blüte finden sich manchmal auch in Currymischungen wieder.
Bei uns gibt es die Muskatnuss in zwei verschiedenen Ausführungen: zu Pulver gemahlen oder gerieben, und als ganze Nuss. In bereits fertig pulverisierter Form besitzt die Muskatnuss lange nicht mehr soviel Aroma und intensiven Geschmack, wie wenn sie frisch gerieben wird. Es empfiehlt sich wirklich ganze Nüsse (ei- oder kugelförmig) und eine Muskatreibe anzuschaffen. Der herbe, teils bittere, würzig-scharfe Geschmack mit süßlicher Note entfaltet sich frisch gemahlen/ gerieben am besten und gibt so dem Gericht dieses ungewöhnlich kräftige Aroma. Luftdicht und lichtgeschützt halten sich die 1-3 Zentimeter großen, hell- bis dunkelbraunen Nüsse mehrere Jahre, ohne an Aroma einzubüßen. (Aber warum so lange warten … :-))
Muskat ist in sehr vielseitig angewandtes Gewürz. Am besten bekannt ist es uns durch den Kartoffelbrei, an dem es nicht fehlen sollte. Generell macht sich die Muskatnuss an Kartoffelgerichten sehr gut. Gerne wird es auch an helle Saucen, Suppen, Eintöpfen oder Fleischbrühen getan. Zur aromatischen Vollendung von Gemüse kommt es an Spinat, Blumenkohl, Kohlrabi, Kürbis, Pastinaken und diverse Kohlsorten. Gibt man es an Fleisch ist es in Hackbällchen gut aufgehoben, am Schweinebraten, es paßt zu Fisch, Geflügel und gibt sowohl Rind als auch Wurstwaren den letzten Schliff. Wer Muskat nicht nur in der pikanten Küche ausprobieren möchte gibt eine Prise geriebene Muskatnuss in den Obstsalat, in Kompott oder zur Weihnachtszeit ans Gebäck und in den Glühwein.
Wer bei all den Anwendungsmöglichkeiten sich daran erinnert, daß Muskatnuss nicht in allzu großen Mengen verwendet werden soll, dem sei gesagt, daß die alltäglichen Mengen sich unter einem Gramm bewegen und somit keine negativen Auswirkungen haben. Eigentlich ist die Muskatnuss sehr gesund. Sie ist gut bei Magen-Darm-Problemen, regt die Galleproduktion an und fördert so die Verdauung. In größeren Mengen (ab ca. 5 Gramm aufwärts) kann es zu Kopfschmerzen und Übelkeit kommen oder auch Halluzinationen hervorrufen.
Zum Schluß noch ein paar Produkte, die ebenfalls aus der Muskatnuss gewonnen werden: Muskatbutter, die durch das Auspressen der Nüsse entsteht; Muskatöl, welches gerne als Geschmacksmittel für Süßigkeiten, Sirups und Alkohol verwendet wird und aufgrund seiner leichten Dosierbarkeit ebenfalls gerne in der Küche benutzt wird, und Sirup oder Gelee, die aus der Muskatfrucht hergestellt werden.
Alles in allem hat es diese kleine "Nuss" wirklich in sich und lohnt für häufigeren Gebrauch – wenn dem noch nicht so ist.

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