Ingwer - eine absolut gesunde Knolle

Wir kennen ihn aus der asiatischen und indischen Küche, jetzt hat er auch bei uns in der europäischen Küche Einzug gehalten – der Ingwer. Noch vor ein paar Jahren zählte er zu den exotischen Wurzeln, die wir nur aus den fernöstlichen Küchen kannten. Aber spätestens mit der rasanten Verbreitung des Sushi, und dem stets dazu gereichten Ingwer, wurde die Wurzel bekannt.
Der Ingwer wird bei uns in verschiedenen Formen angeboten. Als ganze Knolle, süß-sauer eingelegt, als Pulver und sogar kandiert oder mit Schokolade überzogen. Sein würziges Aroma rührt u.a. von den ätherischen Ölen, ist zitrusähnlich, scharf und manchmal etwas bitter. Beim Einkauf kann man durchaus nach dem Alter der Wurzel fragen – ob man eine Antwort bekommt ist zwar fraglich, aber einen Versuch ist es wert – das Alter der Wurzel bestimmt den Geschmack. Ältere Exemplare sind im Aroma nicht mehr so interessant, schärfen aber mehr als junge Knollen. Einjährige haben sich rundum bewährt, außerdem haben sie sehr saftiges, festes Fleisch. Sehr junger, grüner Ingwer ist aufgrund seiner Milde als Küchengewürz geschmacklich nicht zu verachten. Mit pulverisiertem Ingwer (aus getrockneten, geschälten Wurzeln) sollte sparsam umgegangen werden und es empfiehlt sich, lieber nach und nach zu würzen und zwischendurch immer wieder abzuschmecken, da der Geschmack sehr dominierend sein kann.
Ingwer ist eine Nahrungspflanze, die sowohl in Speisen, als auch in Getränken Verwendung findet. Am bekanntesten dürfte unter den Getränken das Ginger-Ale sein. Als Nascherei kennen wir englisches Gingerbread, Honig- und Lebkuchen, die gerade jetzt zur Weihnachtszeit sehr gerne auf den Keksteller gepackt werden.
Aber wie gesagt, ist Ingwer mittlerweile auch ein weit verbreitetes Küchengewürz und wird immer häufiger beim zubereiten von Speisen benutzt oder zum Schluß an gekochtes oder gebratenes Essen gegeben. In Gegenden in denen Ingwer wächst, z.B. in Asien, Indien und Japan, werden neben der Knolle auch die jungen Sprossen oder die Blätter des Ingwer zum Würzen der Speisen gebraucht.
Sehr lecker ist ein gestrichener Teelöffel frisch geriebener Ingwer über Suppen mit beispielsweise Möhren, Tomaten, Orangen oder Kürbis genauso wie zu Kokos-Curry-Süppchen oder asiatischen Wan-Tan- oder Pekingsuppen genauso wie in Saucen. Vom Geflügel, über Rind und Lamm hin zu Fisch und Meeresfrüchten ist Ingwer ebenfalls ein toller Begleiter und läßt auch Nachtische wie Obstsalat, Kompott oder Eis nicht im Stich.
Teilweise süß aber auch salzig, sauer und scharf wird Ingwer immer häufiger Marmeladen/ Konfitüren, Chutneys und Relishs hinzugefügt, damit die fruchtigen oder pikanten Aufstriche und Saucen vom Aroma des Ingwers zusätzlich profitieren.
Während er neben Marmeladen und Co in eingemachter Form Bestand hat gibt es ihn daneben auch eingelegt und kandiert. Eingelegt als süß-saures Gewürz kennen ihn Sushi-Fans als Gari (Ingwer in einer Marinade aus Reisessig, Zucker, Salz und Süßungsmittel). Wer eine angeschnittene, geschälte Ingwerknolle noch etwas aufbewahren möchte, der legt das Stück entweder eingepackt in den Kühlschrank oder gibt es in etwas Alkohol (z.B. Sherry) und gibt ihm damit eine Verlängerung von bis zu drei Wochen. Läßt man es einfach ungekühlt liegen, vertrocknet Ingwer sehr schnell, wird schrumpelig und hart.
Ob frisch gerieben, in dünnen Scheiben, oder gepresst – wer einmal Gefallen an Ingwer gefunden hat, der wird sicherlich nicht mehr davon lassen wollen. Ich bin erst seit einigen Jahren ein Fan der Knolle, vorher mochte ich diese Wurzel überhaupt nicht. Für jeden der Ingwer (noch) nicht mag empfehle ich: immer mal wieder probieren, vielleicht steckt der eine oder andere Fan ja noch verborgen in einem.

PS: Die gelblich-braune Wurzel ist zum einen Gewürz, zum anderen auch Heilmittel. Er besitzt wichtige Inhaltsstoffe wie Vitamine, Mengen- und Spurenelemente. Gerne wird es zur Kurierung von Husten, Kopfschmerzen, Magenbeschwerden, Appetitlosigkeit und als Mittel gegen Reise-/ Seeübelkeit eingesetzt. Neulich habe ich im Fernsehen jemanden sagen hören, er wende Ingwer auch bei Herpes-Bläschen an, indem er die betroffene Stelle damit einreiben würde und die Symptome in kürzester Zeit abklingen würden. Ich hatte die Möglichkeit diesen Tipp keine 24 Stunden später an einen netten Nachbarn weitergeben zu können, der mir versicherte, daß es bei ihm genauso schnell gewirkt hat. Vielleicht ist dieser kleine "Geheimtipp" ja auch noch jemand anderem von nutzen. Ich persönlich trinke gerne eine Tasse heißes Wasser mit zwei, drei Ingwerscheiben, wenn sich "Innere Wärme" gar nicht einstellen möchte. Das hilft – bei mir – immer.:-). Zudem ist er als Zugabe im Kaffee oder Tee eine interessante geschmackliche Erweiterung des jeweiligen Getränks.

*Saucen aus feingewürfeltem Obst und/ oder Gemüse, welches mit Gewürzen, Zucker und Essig zusammen eingelegt wird und z.B. als Würzsauce zu Grillfleisch serviert wird.

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