Ernährung bei Fructoseintoleranz = Fructosemalabsorption

Wichtig: Die Kostumstellung bei einer Fruktosemalabsorption sollte immer von einer erfahrenen Ernährungsfachkraft begleitet werden da das reine Meiden fructosehaltiger Lebensmittel kontraproduktiv ist und langfristig zu Mangelerscheinungen führt. Adressen von  kompetenten Beratern in Ihrer Nähe finden Sie hier.

Fructose (Fruchtzucker) kommt in den meisten Obst und Gemüsesorten sowie in Honig vor. Die Konzentration ist abhängig von der Sorte und vom Reifegrad.
Saccharose (Haushalszucker) enthält etwa zur Hälfte Fruktose, wird aber wegen seines Anteils an Glucose (Traubenzucker) in kleinen Mengen meist gut vertragen.
 
Wird Fructose im Darm nicht oder nur unzureichend aufgenommen kommt es zu Durchfall oder Bähungen. Dies bezeichnet man als Fruchtzuckerunverträglichkeit bzw. Fruktosemalabsorption.
 
Wie stark die tägliche Fructosemenge eingeschränkt werden muss ist individuell unterschiedlich und sollte ausgetestet werden. Ziel ist nach einer kurz gehaltenen Karenzphase (Lebensmittel mit niedrigem Fruktosegehalt) Beschwerdefreiheit zu erreichen. Dann können nach und nach fruktosehaltige Lebensmittel in den Speiseplan aufgenommen werden. Die Zugabe von Traubenzucker zu den Speisen sowie die Kombination von fruktosehaltigen Speisen mit Fett und Eiweiß (z.B Obst zu Quark oder als Dessert) verbessert meist die Verträglichkeit.
 
Zusätzlich muss der Verzehr von sorbitreichen Lebensmitteln (vor allem Light-Produkte) vermieden werden, da Sorbit die Aufnahme von Fruktose verschlechtert und so die Beschwerden verstärkt.
 
In der Karenzphase sollten möglichst auch die Lebensmittel ausgelassen werden die ohnehin bei einigen Menschen Unverträglichkeiten hervorrufen, wie zum Beispiel grobe Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Kohlgemüse. Ebenso kohlensäurereiche Getränke und sehr fetthaltige Speisen wie Frittiertes.
 
Es gilt: Erlaubt ist was bekommt (Diätfehler können zur Verstärkung der Beschwerden führen, haben aber keine gesundheitlichen Auswirkungen)  Die Dauer der Karenzphase sollte 2-3 Wochen nicht überschreiten. Keinesfalls sollte bei andauernden Beschwerden die Lebensmittelauswahl noch stärker eingeschränkt werden da sonst ein weiterer Rückgang der Fructoseverwertung erfolgen kann.
 
Lebensmittel
 
 niedriger Fruktosegehaltmittlerer Fruktosegehalthoher Fruktosegehalt
Milch und Milchprodukte
Milch, Kondensmilch, Sahne, Quark, Joghurt, Kefir, Buttermilch, Molke
Frischkäse, Weichkäse, Schnittkäse, Schmelzkäse
Milchprodukte mit Früchten
Speiseeis
Diätprodukte mit Zuckeraustausch-stoffen, Joghurt mit Müsli oder Trockenfrüchten
Diäteis
Fleisch, Wurst und Fischwaren
alle Sorten
Fischkonserven
 
Eier
In jeder Zubereitung
Süße Crepes und Pfannkuchen
 
Fette
alle pflanzlichen und tierischen Fette
 
 
Getreide
alle Getreidesorten
Reis, Puffreis ungesüsst, Reiswaffeln
Mais, ungesüsste Cornflakes
Haferfklocken
Müslimischungen, Frühstücksflocken mit Zucker
 
Müsli mit Trockenfrüchten,
Knuspermüslis
Brot und Backwaren
Brot und Brötchen,
süße Backwaren mit Traubenzucker oder Reissirup
(siehe Tipps zum Backen und Kochen mit Traubenzucker)
 
Süße Brote und Brötchen wie Rosinenbrötchen, Schokobrötchen, Kuchen, Torten, Gebäck, Kekse
Müslibrote, Wellness oder Fitnessbrote (enthalten oft Fruktose oder Inulin)
Kartoffeln
In jeder Zubereitung
 
 
Gemüse
Aubergine, Bleichsellerie, Blumenkohl, Broccoli, Chinakohl, Gurke, Mangold, Möhren, Kürbis, gegarte Pilze, Pastinake, rote Beete, Sellerie, Spinat, Steckrübe, Tomate, Zucchini
Blattsalate, Rotkohl, Weißkohl, Kohlrabi, Spargel, Mais, Lauch, Schwarzwurzel, Zwiebel
 
Obst, Nüsse
Avocado
Banane
Papaya
Rhabarber
 
alle Nüsse und Samen
Ananas, Aprikose, Clementinen, Erdbeeren, Grapefruit, Heidelbeere, Holunder, Orange, Papaya, Pfirsich, Kiwi, Johannisbeere, Sauerkirsche, Stachelbeere
Apfel, Birne, Dattel, Feige, Mango, Pflaume, Traube
Rosinen, Trockenfrüchte
Süßungsmittel
 
Traubenzucker, Malzzucker
Süßstoffe(Saccharin, Aspartam, Cyclamat, Acesulfam, Steviosid),
Maltodextrin
Haushaltszucker (brauner Zucker, Rohrzucker, Kandis, Puderzucker, Vanillezucker)
Ahornsirup, Ursüße, Rübenkraut
Glucose-Fruktosesirup
Fruchtzucker, Fruktosesirup
Fruktose-Glukosesirup
Honig
Zuckeraustausch-stoffe (Sorbit, Isomalt, Xylit, Maltit, Mannit)
Apfelkraut, Birnendicksaft
 
Süßwaren
Traubenzucker
Reissirup
Bonbons aus Traubenzucker
alle,
Konfitüre
Zuckerfreie/zahn-freundliche Kaugummi und Süßigkeiten
Diabetikersüßwaren
mit Zuckeraustausch-stoffen
 
Getränke
Mineralwasser, Tee, Kaffee, Getreidekaffee
Limonaden mit Süßstoff
( ohne Zuckeraustauschstoffe)
Saftschorlen, Limonade mit Zucker
Fruchtsäfte, Iso, Sport oder Wellnessgetränke mit Zuckeraustausch-stoffen, Fruchtcocktails
Sonstiges
alle Gewürze und Kräuter, Aromen, Backpulver, Hefe, Brühe, ungesüsste Puddingpulver
Sojamilch, Tofu
Ketchup, Senf, Würzsaucen, Tomatenmark, Gewürzmischungen
Fertigprodukte
Inulin
 
 
Tipps zum Kochen und Backen mit Traubenzucker
  • Traubenzucker süßt weniger als Haushaltszucker. Für ein gutes Backergebnis rechnet man die 1,3-fache Menge Traubenzucker.
  • Traubenzucker macht den Teig knuspriger als gewohnt. Die Backtemperatur deshalb etwas niedriger wählen
  • Speisen mit Traubenzucker haben wegen der benötigten Menge einen erhöhten Energiegehalt. Süßspeisen wie Quark, Joghurt oder Pudding oder Konfitüren können auch mit einer Mischung aus Traubenzucker und Süßstoff gesüsst werden.
  • Öl mit Traubenzucker (auf 25g Traubenzucker 1 El Öl) lässt sich zu einer klaren Flüssigkeit erhitzen die mit Getreideflocken und Nüssen vermischt eine leckere Müslimischung ergibt.
  • Zu viel Traubenzucker (über 100g/Stunde) kann auch bei Gesunden zu Verdauungsbeschwerden führen.

 Bitte beachten: die Fruktosemalabsorption ist nicht zu verwechseln mit der hereditären Fruktoseintoleranz der eine Stoffwechselstörung zugrunde liegt und die sich in Ihrer Behandlung wesentlich von der Fruktosemalabsorption unterscheidet!

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