Pastinake - eine Wurzel feiert ihr Comeback

Sie ist wieder da: die Pastinakenwurzel. Dabei war sie nie wirklich weg. Man findet sie im Herbst und Winter auf Wiesen, im Getreide, an Böschungen oder wenn man zufällig in einem Steinbruch unterwegs ist. Die Pastinake war vor dem Einzug der Kartoffel und der Karotte eins der wichtigsten Grundnahrungsmittel in Deutschland, und doch war sie fast ein Jahrhundert lang nun ziemlich unbedeutend, allerdings nur hier bei uns, in anderen Ländern nicht. Aus meinen etliche Aufenthalten auf "der Insel" kenne ich Pastinakenpüree noch sehr gut aus der englischen Küche. Dort wird es sehr gerne zu Fisch gegessen und ist wesentlich geschmacksintensiver als Kartoffelpüree.
Sie gleicht sie einer Karotte in Gelb, ist mit der Petersilie verwandt, aber nicht verschwägert, und besonders gesund für Herz, Nerven und Muskeln (viermal besser als Karotten!). Sie enthält besonders viele Vitamine, ätherische Öle, Nähr- und Mineralstoffe. Jetzt nach dem ersten Frost sind sie auch besonders frisch. Ein gutes Exemplar wiegt um die 300 Gramm und ist ca. 20 cm lang. Von größeren und älteren Wurzeln sollte man die Finger lassen, die sind meistens holzig und damit nicht wirklich ein Genuß.
Wahrlich lecker allerdings sind sie, wenn man sie richtig zubereitet. Allein oder zusammen mit anderem Wintergemüse wie Steckrüben oder schlicht Karotten ergeben sie z.B. in Butter gedünstet eine wunderbare Gemüsebeilage zum herbstlichen Sonntagsbraten. Beim Braten von Pastinakenwurzel muß man darauf achten, das sie nicht zu braun wird, da sie sonst sehr schnell bitter schmeckt. Geschmacklich erinnert sie an Sellerie oder Möhren, geschält enden sie in Eintöpfen, als Püree, Cremesuppe oder Gratin oder sogar frittiert (bißchen fettreicher :-)) und entfalten dabei sehr gut ihr nussig-würziges Aroma. Ähnlich der Petersilienwurzel können auch schärfere oder süßliche Exemplare darunter sein. Diese Gemüse und Würzpflanze kann ebenfalls, wie andere Wurzeln oder Rübensorten, roh verzehrt werden. Unter diesen Umständen kann man aus ihrer geriebenen Wurzel und/ oder den Blättern ebenso gut einen leckeren Salat, angemacht mit Zitrone und Öl, zubereiten. Ähnlich wie die Zuckerrübe, kann auch Pastinake zu Sirup verarbeiten und als Brotaufstrich verwenden werden. Auch scheint die Pastinake  wegen ihrer robusten Art als Babynahrung langsam auf dem Vormarsch zu sein.
Damit die Pastinake durch lange Lagerung nicht schlecht und bitter wird, sollte man sie einfrieren, nachdem man sie gewürfelt und danach blanchiert hat. So hält sie sich am besten auf längere Zeit und ist jederzeit griff- und einsatzbereit.

 

Mehr zu "fest verwurzeltem" Wintergemüse:

Meerrettich - eine scharfe Sache

Petersilienwurzel - die "Suppenwürze"

Topinambur - nussige Knolle für feine Gaumen

Schwarzwurzel - der "Spargel des armen Mannes"

Steckrübe - über den "Steckrübenwinter" hin zur leckeren "Wintersteckrübe"

 

Hilfreiche Unterstützung die Pastinake gab es von Wikipedia und dem Lebensmittellexikon.

 

Kommentare

Pastinake, Rote Beete,

Bild von Carina Levermann

Pastinake, Rote Beete, Wurzel. Das sind die 3 Bestandteile des Wurzel-Paketes, dass man hier in vielen Supermärkten bekommt. Ich muss nochmal herausfinden, welches dänische Rezept diesen Bedarf rechtfertigt.

Pastinake und Rote Beete

Bild von Betti

na Du darfst Dich sehr freuen - schreibe gerade den neuen Blog und der dreht sich um Rote Beete … :-) es geht ja um das ganze Wintergemüse im Moment und die Wurzeln haben es ja richtig in sich …:-))
gibt dann noch leckere Rezepte zu Borschtsch und Labskaus!
Also, wenns Dich interessiert, dann geben die zwei Gerichte schon mal einen guten Grund für das "Wurzel-Paket".